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Eine Entmythologisierung der Armee

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2. Februar 2011 von Schlemihl

Der ehemalige Generalsekretär des Militärdepartements Hans-Ulrich Ernst fordert eine Entmythologisierung der Armee. Wie recht er damit hat, zeigt die Diskussion um die Waffenschutzinitiative. Die Initiativ-Gegner argumentieren ausschliesslich mit Nostalgie, Mythen und Tradition.

Bis heute ist es den Gegner der Waffenschutzinitiative nicht gelungen aufzuzeigen, inwiefern eine Annahme der Initiative negative Folgen auf die sicherheitspolitische Lage in der Schweiz hätte. Die Gegner berufen sich bei ihrer Argumentation auf die Waffen-Tradition der Schweiz, den Mythos der wehrhaften Schweiz und Waffen-Nostalgie im Allgemeinen.

Waffen-Nostalgie: Nationalrat Jakob Büchler, Co-Präsident des Gegner-Komitees posiert in der SonntagsZeigung mit dem Sturmgewehr im Wohnzimmer.

Waffen-Nostalgie: Nationalrat Jakob Büchler, Co-Präsident des Gegner-Komitees posiert in der SonntagsZeigung mit dem Sturmgewehr im Wohnzimmer.

Der ehemalige Generalsekretär des damaligen EMD (Eidgenössisches Militärdepartement) Hans-Ulrich Ernst räumt in einem Interview im Tagesanzeiger/Bund/BernerZeitung mit diesen Mythen auf und zeigt, dass die Initiative in keinster Weise einen Angriff auf die Armee darstellt:

„Nötige Reformen sind kein Angriff auf die Armee. Die Initiative würde eine Situation bereinigen, die schon lange nicht mehr mit der Realität übereinstimmt.“

„Mit der ausserdienstlichen Schiesspflicht wird eine Fähigkeit trainiert, die für die Armee einen vernachlässigbaren Wert hat.“

„Man sollte nicht etwas fortsetzen, nur weil wir es jahrzehntelang gemacht haben. Das ausserdienstliche Schiesswesen hat seinen militärischen Sinn verloren. Wir müssen die Armee entmythologisieren.“

Dass gerade die Schützenvereine die Waffenschutzinitiatve derart massiv bekämpfen, ist kein Zufall. Schliesslich werden die Schützenvereine via Obligatorische Schiesspflicht massiv durch Steuergelder subventioniert. Ernst sagt dazu:

„Heute überweist das Departement jedes Jahr 30 bis 40 Millionen an die Schützenvereine. Viele kleine Vereine überleben nur dank den Pflichtschützen.“

“ Auch ich war im Jungschützenkurs und habe Medaillen und Kränze von Feldschiessen zu Hause. Aber andere Sportarten erheben auch keinen Anspruch, vom Staat finanziert zu werden, weil sie angeblich einen höheren Zweck erfüllen.“

Letztendlich müssen sich alle anderen Sportvereine in der Schweiz auch selbst finanzieren und werden nicht systematisch vom Bund subventioniert.

 

Schwache Argumentation von Armeechef Blattmann

Einmal mehr einen schwachen Auftritt hatte Armeechef André Blattmann in der Arena vom 21. Januar2011. Blattmann erklärte, so etwas wie in Brisbane könne jederzeit auf in der Schweiz passieren. Und damit der Wehrmann die Bevölkerung vor Plündern beschützen könne, müsse er schnell einrücken können und sein Gewehr griffbereit haben. Die Frage bleibt nur, was nützt ein Gewehr ohne Munition? Gehen wir das Ganze mal gemäss Blattmann durch: Entgegen aller Wettervorhersagen kommt es in der Schweiz urplötzlich zu fatalen Überschwemmungen. Die Wehrmänner müssen sofort einrücken um die Bevölkerung vor Plündern zu beschützen. Sie verlassen also den Arbeitsplatz und verschieben sich nach Hause um dort die Waffe und den Teil des persönlichen Materials zu holen, den sie zu Hause aufbewahren. Dann verschieben sich die Wehrmänner ins nächste Zeughaus um auf noch die Munition und den Rest des Materials abzuholen. Wäre man da nicht viel schneller, wenn das gesamte Material im Zeughaus aufbewahrt würde? Die Argumentation von Blattmann ist nicht nur unlogisch, sie zeugt auch von Konzeptlosigkeit!

Fazit: Es gibt keine sicherheitspolitisch relevanten Gründe, weshalb das Gewehr weiterhin zu Hause gelagert werden sollte!

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