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Das Märchen von der schädlichen „Masseneinwanderung“ (Teil 4)

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23. Oktober 2011 von Schlemihl

Die Gegner der Personenfreizügigkeit behaupten, die Eiwanderung schade unseren Sozialwerken. Es finde eine Einwanderung in den Sozialstaat statt. Die Realität sieht anders aus: Einwanderung ist ein Segen für unsere Sozialversicherungen! Auch die Behauptung, die Einwanderung als Folge der Personenfreizügigkeit erhöhe die Kriminalität kann leicht widerlegt werden.

Ausländer zahlen wesentlich mehr in die AHV ein als sie beziehen

Die AHV ist mit Ausgaben von 36,6 Mrd Franken (2010) die mit Abstand teuerste Sozialversicherung. Von diesen Ausgaben wurden nur 16,5% von Ausländern verursacht. Das waren rund 6 Mrd Franken. Die restlichen 30,6 Mrd wurden durch Schweizer verursacht. Bei den Einnahmen trugen Ausländer aber 26,7% bei. Das sind 7,3 Mrd. Die Schweizer hingegen trugen nur 20,2 Mrd bei. Ausländer zahlen jährlich also 1,3 Mrd Franken mehr ein als sie beziehen. Bei Schweizern hingegen ist die Bilanz klar negativ. Sie zahlen 10,4 Mrd weniger ein als beziehen. Die negative Diffenrenz von 9,1 Mrd wurden durch die öffentliche Hand (also Steuergelder) oder in kleinem Masse auch durch Kapitalzinsen finanziert. Auch diese Steuergelder wurden zu einem beträchtlichen Teil von Ausländern bezahlt. So dass Ausländer insgesamt über 3 Mrd Franken jährlich mehr zu der Finanzierung der AHV beitragen als sie beziehen. Oder anders ausgedrückt: Ausländer finanzieren jährlich für 3 Mrd Franken Schweizer Rentnern die AHV-Rente.

Auch bei der IV, deren Ausgaben in den letzten Jahren stark gesunken sind (von 11,9 Mrd im Jahr 2007 auf 9,2 Mrd im Jahr 2010) zahlen Ausländer leicht mehr ein als sie beziehen. Ausländer zahlen 26,7% der Beiträge, beziehen aber nur 25,6% der Leistungen.

Siehe hierzu auch:

http://www.sf.tv/videoplayer/embed/f1505acb-39c1-40c0-a5c4-6695504c8563

Aber auch bei der obligatorischen Krankenversicherung weisen Ausländer eine positive Bilanz auf, weil sie klar das kleinere Durchschnittsalter aufweisen als Schweizer!

Deutsche weniger kriminell als Schweizer
Der Grossteil der Einwanderer im Rahmen der Personenfreizügigkeit kommt aus Deutschland. Gerade Deutsche werden gemäss neusten Kriminalstatistiken nach Nationalität aber 40% weniger häufig angezeigt als Schweizer. Aber auch die Einwanderer aus den anderen EU/EFTA-Staaten werden weniger oder nur unwesentlich häufiger angezeigt als Schweizer. Ausländer aus EU/EFTA-Staaten werden gemäss dieser Statistik also weniger häufig angezeigt als Schweizer. Damit kann die Behauptung, die Personenfreizügigkeit erhöhe die Kriminalität in der Schweiz, als falsch abgetan werden.

Fazit

  1. Die Schweiz und auch das Schweizer Mittelland sind weit weniger dicht besiedelt wie immer wieder behauptet wird. Die Schweiz verfügt über eine sehr grosse Landwirtschaftsfläche. Auch die jetzige Einwanderung ist im historischen Vergleich nicht aussergewöhnlich hoch.
  2. Die Bilateralen Verträge inkl. Personenfreizügigkeit haben sich äusserst positiv auf die Schweizer Wirtschaft und den Schweizer Wohlstand ausgewirkt. Die Arbeitslosigkeit ist trotz oder gerade wegen der Einwanderung nicht angestiegen und die Reallöhne sind durchschnittlich stark gestiegen.
  3. Der zunehmende Ressourcenverbrauch, die zunehmenden Staus auf den Strassen und die überfüllten Züge sind in erster Linie auf die steigende Mobilität und die steigenden Ansprüche der Schweizer Bevölkerung zurückzuführen.
  4. Die Einwanderung ist ein Segen für unsere Sozialversicherung und die Personenfreizügigkeit hat die Kriminalität nicht erhöht.

2 Kommentare zu “Das Märchen von der schädlichen „Masseneinwanderung“ (Teil 4)

  1. Laubacher Markus sagt:

    Es wird nur von den Vorteilen im Bereich der AHV geschrieben. All die Eingewanderten aus dem EU-Raum werden allerdings in 30-40 Jahren auch AHV beziehen. Viele von ihnen haben aber viel weniger lang einbezahlt, als ein hier aufgewachsener Schweizer oder Inländer.
    Um die AHV dauernd stabil zu halten müsste also eine dauernd grosse Zuwanderung, vor allem aber von sehr jungen Personen aufrecht erhalten werden. Alle eingewanderte der letzten 10 Jahre setzen sich demographisch ähnlich zusammen wie die Schweizer Bevölkerung. Es hat auch zu wenig 20 jährige, die das ganze Leben einzahlen! AHV dauernd „gesund“ erhalten nur über eine dauernde Masseneinwanderung kann nicht für ewig funktionieren. Von der Arbeitslosenversicherung wird nichts geschrieben. Sie ist hoch verschuldet. In konjunkturell guten Zeiten hat sie sich früher immer gut erholt und die Arbeitslosigkeit wurde dementsprechend massiv abgebaut. Schon seit der Personenfreizügigkit bewegen sich die Arbeitslosenzahlen aber hartnäckig zwischen 120 0000 und 190 000! Signifikant geht sie nie mehr zurück, wie früher. Hingegen werden immer mehr Sozialfälle „generiert“. Jeden Monat über 2900! Im Jahr gegen 35 000! Die zweitgrösste Einwanderungsgruppe, die Portugiesen, zu ca.50% aus bildungsfernen Schichten aus dem Norden hat bereits eine höhere Arbeitslosenquote, als der schw. Durchschnitt. Der Übergang von der Lehre in ein weiteres Anstellungsverhältnis ist bei den Jungen nach wie vor brüchig. Ältere ab 50 Jahren finden nach Stellenverlust, zunehmend auch durch Mobbing und angeblichen „Restrukturierungen“ bewirkt, keine Anstellung mehr. Gleichzeitig werden immer neue Arbeitnehmer im besten Erwerbsalter, wenn sie jünger sind mit tieferen Löhnen, die sich heute AKTIV aus dem EU-Raum per schnellem Internet direkt in die Firmen und Stellenvermittlungsbüros bewerben eingestellt. Das EU-Personenfreizügigkeitsabkommen hat ganz klar zu sozialen Problemen und sozialökonomischen Verwerfungen geführt.

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